Der internationale Tag der Pflege erinnert am 12. Mai jährlich an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale. Zu diesem Anlass danken wir allen Menschen, die in der Pflege tätig sind, Angehörige betreuen und pflegen sowie ehrenamtlich in diesem Bereich engagiert sind.

Die Hauptlast der Pflege liegt nach wie vor bei den Angehörigen
Laut Statistischem Landesamt waren im Dezember 2017 in Baden-Württemberg fast 400.000 Menschen pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung. Davon werden 76 Prozent zu Hause versorgt und 24 Prozent in Pflegeheimen.

Bei einer durchschnittlichen Pflegedauer von 7 bis 14 Jahren gewinnt die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Angehörigenpflege zunehmend an Bedeutung. Bereits heute hat jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland pflegerische Verantwortung für einen Familienangehörigen. Dies geht oftmals mit einer gesundheitlichen Belastung der pflegenden Angehörigen einher. Laut ZQP-Report fühlen sich 80 Prozent der erwerbstätigen Pflegenden erschöpft (psychisch und physisch), 33 Prozent erkranken sogar selbst.

Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige – eine Auswahl
Die Betreuung bzw. Pflege von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen ist eine anspruchsvolle Tätigkeit mit viel Verantwortung. Um diese Herausforderung gut meistern zu können, sind vielfältige Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige notwendig.

Das Pflegetelefon – telefonisches Beratungsangebot des Bundesfamilienministeriums
Mit dem Pflegetelefon hat das Bundesfamilienministerium ein anonymes und vertrauliches Beratungsangebot für Pflegende entwickelt. Die Expertinnen und Experten des Pflegetelefons beraten beispielsweise zu den Fragen: Wie wird Pflege organisiert? Wie finde ich eine passende Pflegeeinrichtung? Welche Kosten entstehen? Wer hilft mir, wenn mir die Pflege zu viel wird? Das Pflegetelefon ist von Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 20179131 und per E-Mail an info@wege-zur-pflege.de zu erreichen.

Der Pflegestützpunkt – die zentrale Beratungsstelle zum Thema Pflege
In Baden-Württemberg existieren aktuell 43 Pflegestützpunkte, die in eigener Zuständigkeit kompetent, unabhängig und individuell Betroffene und Angehörige beraten. Pflegestützpunkte unterstützen bei der Organisation von Pflege und anderen Entlastungsangeboten und beraten in allen Fragen der ambulanten, sowie (teil-) stationären Versorgung, vermitteln in Kurzzeitpflege, stellen den Kontakt zur Pflegekasse her, erstellen Informationsbroschüren und wirken in fachlichen Arbeitskreisen mit. Die Beratung ist kostenlos und kann telefonisch, im Pflegestützpunkt oder bei Bedarf beim Pflegebedürftigen zu Hause erfolgen. Unter www.bw-pflegestuetzpunkt.de finden Sie eine Karte mit den Standorten der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg.

Betriebliche Pflegelotsen – die Ansprechpartner für Betroffene im Unternehmen
Der betriebliche Pflegelotse ist Ansprechpartner für Beschäftigte beim Thema Pflege, bündelt wichtige Informationen zum Thema Beruf und Pflege, ist Kontaktperson für Beschäftigte in der Pflegezeit und fördert dadurch eine familienfreundliche Unternehmenskultur. In Baden-Württemberg wurden von unterschiedlichen Qualifizierungsanbietern bereits über 700 betriebliche Pflegelotsen qualifiziert. Das Qualifizierungsangebot richtet sich an Personalverantwortliche, Betriebsräte oder andere interessierte Beschäftigte im Unternehmen, die als Ansprechpartner für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zur Verfügung stehen wollen. In der Fortbildung werden alle wesentlichen Informationen vermittelt, die benötigt werden, um Beschäftigte im Bedarfsfall bei der Orientierung zu unterstützen. Qualifizierungsanbieter und Termine finden Sie unter www.pflegelotsen-bw.de/qualifizierungen/.