Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ist eine Willenserklärung, mit der eine Person dazu ermächtigt wird den Vollmachtgeber rechtsverbindlich zu vertreten, wenn dieser selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Dies kann altersbedingt, aber auch durch Krankheiten, Unfälle oder andere Notsituationen eintreten.

Ehepartner und die Kinder sind nicht automatisch dazu berechtigt, die betroffene Person rechtlich zu vertreten. Falls keine Vorsorgevollmacht vorliegt, setzt das zuständige Amtsgericht einen Betreuer ein. Dies ist häufig ein Familienangehöriger, der jedoch erst ein gerichtliches Verfahren durchlaufen muss.

Die Beziehung zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer sollte sich durch ein längeres Vertrauensverhältnis, gute Kenntnisse über Grundeinstellung, Wert- und Normvorstellungen und konkrete Wünsche auszeichnen. Die bevollmächtigte Person kann Erklärungen im Namen des Vollmachtgebers abgeben und alltägliche Entscheidungen treffen, die beispielsweise Wohnungsangelegenheiten, Vermögen und postalische Angelegenheiten betreffen.

Um eventuellen Zweifeln an der Echtheit und Wirksamkeit der Vollmacht auszuschließen, können Vollmachten notariell beurkundet oder beglaubigt werden. Um ihre Kunden vor einem missbräuchlichen Zugriff auf das Konto zu schützen, prüfen Kreditinstitute Vollmachten besonders streng. Daher ist zu empfehlen, eine Kontovollmacht bei der entsprechenden Bank abzuschließen.

Es kann vereinbart werden, dass von der Vorsorgevollmacht erst Gebrauch gemacht werden darf, wenn die vollmachtgebende Person nicht mehr in der Lage ist, über die eigenen Angelegenheiten zu entscheiden. Die Vorsorgevollmacht kann bei bestehender Geschäftsfähigkeit jederzeit widerrufen und bei der Bundesnotarkammer registriert werden.

Eine Vorsorgevollmacht ist nicht zu verwechseln mit der Patientenverfügung. Mit dieser können gewünschte und unerwünschte medizinische Maßnahmen festgelegt werden, wenn diese vom Patienten nicht mehr selbst kommuniziert werden können.

Was können Unternehmen tun?

Um Beschäftigte über wichtige Themen wie beispielsweise die Vorsorgevollmacht zu informieren, können firmeninterne Seminare, Workshops und Veranstaltungen angeboten werden, dies ist auch im Verbund möglich.

In Heidelberg beschäftigt sich die Arbeitsgruppe ,Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege` damit, Unternehmen für das immer wichtiger werdende Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege zu sensibilisieren und Beschäftigte durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Dafür wurde der Flyer „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ erstellt, die Qualifizierung zum betrieblichen Pflegelotsen sowie die Veranstaltungsreihe ,Angehörigenpflege von A bis Z´ entwickelt. Bei Interesse, in der Arbeitsgruppe mitzuwirken finden Sie weitere Informationen unter www.familie-heidelberg.de.


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