Pflegeunterstützungsgeld und kurzzeitige Arbeitsverhinderung

Beschäftigte haben die Möglichkeit, sich bei einer akut auftretenden Pflegesituation eines nahen Angehörigen unbezahlt und ohne Ankündigungsfrist freistellen zu lassen. Diese Zeit dient in erster Linie dazu, die Pflege zu organisieren.

Beschäftigte, die sich freistellen lassen wollen, müssen dies nicht separat beantragen. Es reicht aus, den Arbeitgeber unverzüglich über die Inanspruchnahme der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung zu informieren. Bei Bedarf kann eine Bescheinigung des behandelnden Arztes über die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen bei der Personalabteilung vorgelegt werden. In besonderen Ausnahmefällen ist die wiederholte Inanspruchnahme des Rechts auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung nicht ausgeschlossen.

Arbeitgeber sind nicht verpflichtet, während der Freistellung den Lohn weiter zu bezahlen, sie haben jedoch, begrenzt auf 10 Arbeitstage, Anspruch auf ein Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Dieses entspricht 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts, auch geringfügig Beschäftigte können das Pflegeunterstützungsgeld beanspruchen.

Was können Unternehmen tun?

Beschäftigte, die von dem Recht auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung Gebrauch machen, befinden sich oft in einer Ausnahmesituation. Ein naher Angehöriger wird zum Pflegefall, familiäre und berufliche Verpflichtungen müssen erfüllt werden. In dieser Situation fällt es oft schwer, sich einen Überblick über Unterstützung- und Entlastungsmöglichkeiten zu verschaffen. Hier kann das Unternehmen bzw. die Personalabteilung einen wichtigen Beitrag leisten und Beschäftigte beispielsweise über ihr Recht auf Pflegeunterstützungsgeld informieren.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist längst keine Privatsache mehr, pflegesensible Arbeitsbedingungen sind ein Wettbewerbsfaktor um Beschäftigte zu halten bzw. anzuwerben und einer Überlastung in Form von Arbeitsausfällen, geringerer Produktivität und vermehrten Krankheitstagen entgegenzuwirken. Unternehmen können ihre Beschäftigten beispielsweise durch eine freiwillige Lohnfortzahlung bei der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung unterstützen, die z.B. in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgehalten werden kann.


Kontakte und Links