Familienpflegezeit (bis zu 24 Monate)

Das Familienpflegezeitgesetz unterstützt berufstätige Männer und Frauen, die einen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Beschäftigte haben einen Rechtsanspruch auf teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten. Während dieser Freistellung kann die Arbeitszeit auf wöchentlich mindestens 15 Stunden reduziert werden, um einen Angehörigen zu pflegen. Dabei gilt das sogenannte „Blockmodell“, die geforderte Mindestarbeitszeit muss demnach nur im Durchschnitt eines Jahres vorliegen, die Aufteilung kann individuell festgelegt werden. Beschäftigte müssen die Inanspruchnahme der Familienpflegezeit spätestens acht Wochen vor dem gewünschten Beginn schriftlich ankündigen und angeben, für welchen Zeitraum die Freistellung erfolgen soll.

Die Pflegezeit und die Familienpflegezeit können miteinander kombiniert werden, müssen aber unmittelbar aneinander anschließen. Die Gesamtdauer aller Freistellungsmöglichkeiten beträgt insgesamt maximal 24 Monate. Es ist auch möglich, dass sich mehrere Angehörige die Pflege teilen (nacheinander oder parallel).

Der Anspruch auf Freistellung gilt nicht gegenüber Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern mit 25 oder weniger Beschäftigten.

Als Unterstützung während der Pflegezeit besteht ein Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, das beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragt werden kann. Nach Beendigung der Familienpflegezeit muss das Darlehen in Raten zurückgezahlt werden. Die Pflegezeit wird in der Rentenversicherung anerkannt.

Was können Unternehmen tun?

Für Unternehmen kann es eine gute Möglichkeit sein, Beschäftigte in der Familienpflegezeit zu unterstützen, indem während der Freistellung weiter Kontakt gehalten wird und Beschäftigte über Neuigkeiten aus dem Unternehmen auf dem Laufenden gehalten werden. Außerdem kann Beschäftigten in Pflegezeit der Zugang zu betrieblichen Sportangeboten, der Kantine, Schulungen und anderen betrieblichen Angebot ermöglicht werden. Die Rückkehr nach der Familienpflegezeit kann Beschäftigten beispielsweise durch Wiedereinstiegsprogramme erleichtert werden.


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